Von Abfall zu Wertstoff: Bionic µWaste Technologie für die Kreislaufwirtschaft

Das Problem: Abfall als regionale und globale Herausforderung

Die EU-Kommission fordert seit Jahren den Ausbau von Biokraftstoffen der zweiten Generation – gewonnen aus Abfällen und Reststoffen, ohne Konkurrenz zur Ernährungssicherheit. Kommunen und Industriebetriebe stehen dabei vor konkreten Herausforderungen:

  • Steigende Abfallmengen und begrenzte Deponiekapazitäten
  • Verschärfte EU-Klimaziele und Recyclingquoten
  • Hohe Entsorgungskosten
  • Wachsender Druck zur Dokumentation von Klimawirkung und Kreislaufwirtschaft

 

Die Lösung: Bionic µWaste – Mikrowellen-Depolymerisation für organische Reststoffe

Die Bionic µWaste Plattform basiert auf der industriellen Mikrowellen-Depolymerisation (MWDP) und ist für definierte, kontrollierte Eingangsstoffklassen ausgelegt. Im kommerziellen Fokus stehen biomassebasierte Fraktionen und ausgewählte organische Reststoffe.

Andere Materialien wie Kunststoffe, Gummi oder industrielle Sonderabfälle erfordern eine stoffstromspezifische Vorbehandlung, Schadstoffkontrolle und Genehmigungsprüfung sowie gesonderte Produkt- und Emissionsanalytik, bevor ein Projekt qualifiziert werden kann.

 

Der µWaste Prozess: Von der Eingangsaufbereitung zur Wertstoffgewinnung

 

Schritt 1: Feedstock-Konditionierung und biologische Separation

Im Vorprozess werden biologische Anteile separiert und der trockene, konditionierte Anteil für die MWDP-Anlage aufbereitet. Die feuchten organischen Fraktionen können in einem proprietären Verfahren zu organischem Bodenverbesserer weiterverarbeitet werden. Die Qualifizierung und regulatorische Einordnung dieses Bodenverbesserere erfolgt getrennt vom µSoil-Produkt und ist Gegenstand der projektspezifischen Zulassungsprüfung nach geltendem Recht. Hier ist besonders auf Schadstoffe zu achten, da biogene Stoffe aus Abfallfraktionen möglicherweise kontaminiert sind. 

 

Schritt 2: Materialseparation und Fraktionierung

Nach dem Bioprozess werden die verbleibenden Stoffe gesiebt und sortiert:


Geeignete kohlenwasserstoffreiche Fraktionen
→ Weiterverarbeitung in der MWDP-Anlage
Metalle, Glas, Steine → Zuführung zu Recyclingwegen
Stofflich recyclingfähige Fraktionen → Materialrecycling

PVC, halogenierte Stoffe, bromierte Flammschutzmittel und metallreiche Fraktionen werden als Sonderprüfung behandelt und erfordern eine projektspezifische Prüfung.

 

Schritt 3: Mikrowellen-Depolymerisation (MWDP)

Das Herzstück der Technologie: In den Bionic µFuel Reaktoren erfolgt die thermische Depolymerisation mittels proprietärer Mikrowellen-Prozessführung unter sauerstoffarmen Bedingungen.

Mikrowellenenergie ermöglicht eine direkte volumetrische Energieeinkopplung. Feldverteilung, Feuchte, Partikelgeometrie und dielektrische Eigenschaften erfordern eine aktive Prozessregelung. Die Produktqualität wird über definierte Feedstock-Aufbereitung, Prozessüberwachung, Kondensationsführung und chargenbezogene Analytik abgesichert.

Typische Prozessprodukte (inputabhängig):

  • Ölfraktionen mit Heizwerten im Bereich fossiler Mitteldestillate (chargenbezogen analytisch bestätigt), je nach Energiegehalt und homogenität der Kunststofffraktionen ist die ausbeute an Öl deutlich höher als bei Biomasseverarbeitung 
  • Kohlenstoff  mit dokumentierten Materialeigenschaften
  • Prozessgas zur energetischen Nutzung
  • Organische Säurefraktionen


Offgasbehandlung, Emissionsmonitoring und Genehmigungspfad sind projektspezifisch festzulegen und zu dokumentieren.

 

Schritt 4: Biokohle (µChar) als Co-Produkt

Als Co-Produkt der Verarbeitung von Kunststoffraktionen Fraktionen entsteht ein Kohlenstoffprodukt das vielseitige Anwendungsmöglichkeiten bietet.

Mögliche Verwendungspfade (anwendungs- und qualitätsabhängig):

  • Rohstoff für industrielle Anwendungen
  • Energetische Nutzung


Energiekonzept und Offgasbehandlung

Das µWaste System ist auf energieeffiziente Prozessführung ausgelegt:

  • Prozesswärme wird zurückgewonnen und wiederverwendet
  • Entstehende Prozessgase können energetisch genutzt werden
  • Offgasbehandlung und Restemissionsmonitoring sind integraler Bestandteil des Anlagenkonzepts

Konkrete Energiebilanzen, Emissionsnachweise und Genehmigungsunterlagen sind projektspezifisch zu erstellen und stehen im Rahmen der technischen Due Diligence zur Verfügung.


Vorteile auf einen Blick

Für Kommunen und Entsorgungsbetriebe

VorteilNutzen
Kostensenkung Reduzierung von Deponie- und Verbrennungskosten für geeignete Fraktionen
Zusatzerlöse Verkauf von Kraftstoffen, Kompost und Kohlenstoff
Regulatorische Belastbarkeit Dokumentierte Prozessführung, Analytik und Genehmigungsunterlagen
Klimabilanz CO₂-Reduktionspotenzial abhängig von Eingangsstoff, Energiebedarf und Anwendungspfad

Für Industriebetriebe

VorteilNutzen
Reststoffverwertung Eigene Kraftstoff- oder Energieproduktion aus geeigneten Produktionsreststoffen
CO₂-Dokumentation Belegbare Klimabilanz für ESG-Berichterstattung
Kostenstabilität Reduzierte Abhängigkeit von Entsorgungskosten und Energiepreisen
Wettbewerbsvorteil Nachgewiesene Kreislaufwirtschaft als USP, sofern anerkannt